Nachbericht zur EURO ID
Die Fachmesse EURO ID wandelt sich zur Plattform für die Bereiche AutoID-, Informations und Systemtechnik
Veranstalter IBC baut die ID-Technologie zum Standortfaktor aus
Thematische Erweiterung um Sichere Identität und Kartensysteme
Business Matching entwickelt sich zum zentralen Element der Fachmesse
Köln/Düsseldorf, 7. Mai 2010. Systemintegration, Prozessoptimierung und Kooperationen waren die vorherrschenden Themen auf der Fachmesse für automatische Identifikationstechnik EURO ID 2010. Rund 100 Aussteller und insgesamt 3400 Fachbesucher informierten sich umfassend über neueste Technologien sowie über verbesserte Nutzungs- und Wertschöpfungsmethoden. Der Veranstalter IBC wertet die EURO ID 2010 als vollen Erfolg für die AutoID-Szene. Sie habe sich mit dieser Fachmesse einmal mehr als Katalysator für neue Wachstumsimpulse in Wirtschaft und Verwaltung etabliert.
Mehr Interaktion kommt gut an
Insgesamt setzten die Veranstalter den interaktiven Charakter der Messe fort. In 26 Fachvorträgen des User Forum, in zwei halbtägigen Workshops und im Live-Szenario des Tracking & Tracing Theatre konnten sich die Besucher umfassend informieren und vertiefende Fachgespräche mit den Experten führen. Über erweiterte Informationsmöglichkeiten via QR-Codes an den Ausstellerständen, während der Messeeröffnung oder in den Xing-Meetings, vor allem aber in den vielen Informations- und Fachgesprächen im Messebereich wurden Produkte und Services nicht nur präsentiert, sondern bedarfsgerecht vermittelt. „Wir belassen es nicht bei der herkömmlichen Produktschau, sondern befördern die Kopplung von Ausstellerbotschaften und Informationsbedarfen der Fachbesucher. Darüber hinaus initiieren wir mit Business Matching Services das direkte Zustandekommen von Geschäftspartnerschaften“, beschreibt IBC-Geschäftsführer Jens Oliver Mayer den Fokus der Messe. Daher misst IBC neben Aussteller- und Fachbesucherzahlen auch angebahnte und erfolgreiche Abschlüsse sowie die Qualität der Messe-Leads. Gemeinsam mit dem Schweizer mCommerce-Spezialisten connvision hatte der Veranstalter in diesem Jahr erstmals ein Quick-Response System im Einsatz, das neben dem bloßen Kontakt auch die Art der Informationsweitergabe an Interessenten covert und zusätzlich Instrumente für die weitere Kundeninformation nach der Messe zur Verfügung stellt. „Daraus entsteht sukzessive ein neues Toolset für eine Messenutzung im Netzwerk-Style. Verfahrens- und Verhaltensweisen des Internet, im geschäftlichen wie im privaten Alltag nicht mehr weg zu denken und mit hohem Nutzenpotenzial, halten damit auch bei der EURO ID-Messe Einzug“, sagt Mayer.
RFID ist ein Wachstumsmarkt – die Hemmschwelle ist überschritten
Bei Ausstellern und Fachbesuchern kommt der neue Stil gut an. Für Ingo Keller, Sales Manager bei der TECTUS Transponder Technology GmbH aus Moers, spiegelt die Messe genau die gegenwärtige Lage der AutoID-Szene wieder: „Es geht hier nicht mehr um die Vermittlung von Grundwissen oder um das Hervorrufen von Interesse für Auto ID-Technik. Wir sind inzwischen weit in der industriellen Anwendung, die Kunden nutzen die Technik, haben großes Vertrauen in ihren Nutzen und inspirieren sich gegenseitig. Die Hemmschwelle für RFID ist inzwischen eindeutig überschritten“. Das zeigt sich Keller zufolge in zweistellig steigenden Kundenprojekten. RFID sei eindeutig ein Wachstumsmarkt. Die Unterstützung der Marketingaktivitäten durch Internetbasierte Werkzeuge hält Keller für wichtig und nützlich: „Diese Techniken sollte man unbedingt weiter ausbauen. Vor allem die jüngeren Kunden werden diese Kanäle intensiv nutzen, also müssen wir sie parat haben. Denn das bringt sicherlich viele gute neue Kontakte.“
Hoher fachlicher Austausch zeichnet die EURO ID-Messe aus
David Castillo Plaza, Entwicklungschef im Produktbereich Ferroxtag der spanischen Hispano
Ferritas S.A. aus Guadalajara, begrüßte in Köln den besonders hohen Anteil von Fachbesuchern: „Wir sind mit der Messe sehr zufrieden, weil wir unsere Produkte ausgezeichnet präsentieren und gute Kundenkontakte knüpfen konnten. 50 gute Leads sind für eine Fachmesse wirklich ungewöhnlich.“ Und Jens Oehlmann von der Elmicron GmbH aus Naumburg, der sich just auf dem Ferroxtag-Stand über die neuen hitzebeständigen Tags des Anbieters informierte, hob hervor, dass er auf dieser Messe den intensiven Austausch mit Experte führen könne: „Ich spreche auf den Ständen mit Fachleuten und kann unmittelbar in die Lösungsfindung einsteigen. Das ist für uns als Systemhaus wichtig, weil wir für konkrete Aufgabenstellungen direkt die notwendigen Fachinformationen finden.“
Sichere Bier-Versorgung
Auch Simon Arch, Marketing & Sales Direktor bei der auf kundenspezifische Komplettlösungen spezialisierten AEG Identifikationssysteme GmbH, begrüßte die in diesem Jahr hohe Anzahl qualifizierter Fachbesucher: „Wir sind bereits zum dritten Mal dabei und hatten wesentlich mehr Besucher mit konkreten Projekten und Problemstellungen.“ Auffallend am AEG ID-Stand waren die Bierfässer, laut Arch waren diese aber keine Überbleibsel der Standparty, sondern Hinweis auf den diesjährigen Fokus des Anbieters. So hat AEG ID jüngst eine große Anzahl namhafter Brauereien und internationaler Softdrinkhersteller als Kunden für seine AutoID-Systeme gewonnen. Mit der Lösung für die Behälter-Identifikation sind Brauereien und Getränkehersteller in der Lage, ihre Fasslogistik zu optimieren. Das senkt die Kosten und stellt die Verfügbarkeit ausreichender Fassbestände sicher. „Gerade für die anstehende Sommersaison und vor allem die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika ist es wichtig zu wissen, dass genügend Fässer zum Befüllen vorhanden sind,“ sagt Arch und erinnert an den worst case zur Fußball-WM 2006, wo viele große Brauereien mangels Leergut nichts mehr abfüllen und ausliefern konnten und die Produktion stoppen mussten.
Mehr Markensicherheit dank QR-Codierung
Original1 zeigte auf der EURO ID 2010 softwaregestützte Dienste zur Produktauthentifizierung und Fälschungssicherung. Hierfür versieht das System des Anbieters schützenswerte Waren mit einem mehrstufigen Identifikationslabel, über das diese von der Produktion bis zum Verbraucher eindeutig identifizierbar sind. Hersteller und Kunden haben damit die Gewähr, dass hochwertige Güter, teure Pharmazeutika oder Original-Ersatzteile tatsächlich vom Markenhersteller kommen. So kann die Käuferin eines teuren Label-Kleides in Zukunft mit ihrem Kamera-Handy feststellen, ob das gute Stück ein halbes Monatsgehalt wert ist: QR-Code Reader App aufs Handy geladen, den Quick Response-Code per Kamera gelesen, und in Sekunden erscheint auf dem Display die Bestätigung: Das Abendkleid ist echt. In Zukunft wird Original1 die neue Schnittstelle zwischen Kunden und Anbieter erweitern, um über QR-Codes und per Handys oder Smartphone aufrufbare Webseiten zusätzliche Promotions-, Informations- oder Unterhaltungsservices anzubieten.
EURO ID 2011 mit neuen Themen
Im nächsten Jahr wird das Themenspektrum der Fachmesse EURO ID um die Bereiche sichere Identität und Kartensysteme erweitert. Damit setzen die Messeveranstalter IBC und AIM ein deutliches Zeichen für Industrie, Forschung und Politik: Sichere automatische Identifikation wird zur neuen Schlüsseltechnologie zur Optimierung industrieller und behördlicher Anwendungen. IT-Systeme in Fertigung und Logistik, aber auch die IT im Hintergrund des neuen Personalausweises und weiterer neuer Identifikationskarten im Kfz-, Behörden- und Bankenwesen werden in Zukunft koordinierende Verbindungstechnik integrieren müssen. Nur so lassen sich Mayer zufolge schnelle, effiziente, sichere und vertrauenswürdige Services aufsetzen und etablieren. Mayer weiter: „Wir sehen im Zusammenspiel von AutoID-,Informations- und Systemtechnik enormes Potenzial, um neue Kompetenzfelder für die Standorte Deutschland und Europa zu schaffen.“
Autor Konrad Buck, E-Mail
Bilder zur Messe: www.konferenz.de/fotos-euroid2010 und www.konferenz.de/fotos-euroid2010-award




